Wie schaffe ich mir regelmäßige Auszeiten, ohne schlechtes Gewissen?
#1
Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass ich ständig nur noch funktioniere. Zwischen Job, Haushalt und den Erwartungen von anderen bleibt irgendwie nichts mehr übrig, was sich wirklich nach mir anfühlt. Ich habe angefangen, mir abends bewusst eine Stunde nur für mich zu blocken, einfach um zu atmen. Aber dann schleicht sich sofort das schlechte Gewissen ein, dass ich in der Zeit ja auch "produktiv" sein könnte. Kennt das jemand? Wie schafft man es, diese Zeit wirklich als notwendig zu sehen und nicht als etwas, das man sich erst verdienen muss?
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#2
Ich kenne das Gefühl, ja. Die Zeit für mich scheint oft kleiner zu werden, je mehr du funktionierst. Diese eine Stunde am Abend fühlt sich wie ein Rettungsanker an, doch gleich schleicht sich das schlechte Gewissen ein, weil du denkst, du müsstest produktiv sein. Vielleicht ist es kein Luxus, sondern eine Grundbedürfnis, wieder Luft zu holen, ohne Beweise zu liefern. Wie würdest du fühlen, wenn diese Stunde wirklich nur dir gehört und nichts beweisen muss?
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#3
Es könnte helfen, Zeit nicht als Gegenleistung zu sehen, sondern als Zustand des Nervensystems. Wenn dein Hirn ständig zwischen Auftrag und Erwartung hin- und herspringt, nützt eine Blockzeit erst mal wenig, wenn du innerlich noch in Alarmbereitschaft bleibst. Es geht um Selbstfürsorge, nicht um Produktivität. Was würde passieren, wenn diese Stunde einfach das Gegengewicht zur Eile wäre, kein Plan, kein Ziel?
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#4
Vielleicht meintest du die Stunde auch gar nicht als Pause, sondern als Spiel mit sich selbst: erst die Tür zu, dann gucken, wie lange man aushält, ohne zu prüfen, ob es Sinn macht. Man könnte es auch als Experiment sehen: Wie lange lähmt dich das Nicht-Handeln wirklich? Oder ist eher der Gedanke beängstigend, dass nichts passiert?
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#5
Skeptisch betrachtet klingt die Idee, Zeit für sich als Notwendigkeit zu verkaufen, wie eine therapeutische Lebensphilosophie der Gegenwart. Vielleicht brauchst du keine neue Regel, sondern eine Anerkennung, dass du beides bist: der Mensch, der funktioniert, und der Mensch, der liegen lässt. Was wenn der Druck, sich zu beweisen, einfach der falsche Maßstab ist?
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#6
Was, wenn der Gedanke, Zeit für sich zu beanspruchen, gar nicht die Lösung ist, sondern die Frage, mit wem du diese Zeit teilst? Vielleicht geht es darum, dein Umfeld zu einem Mitspielen zu bewegen, statt ständig gegen es anzukämpfen. Vielleicht steht hinter dem schlechten Gewissen einfach, dass du dich selten gesehen fühlst. Könnte es helfen, die Erwartungen zu verschieben statt zu erfüllen?
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#7
Zeit für sich ist keine Belohnung, sondern eine andere Art zu atmen.
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