Ich bin in letzter Zeit immer öfter mit einem seltsamen Gefühl nach Feierabend nach Hause gekommen. Alles ist erledigt, aber irgendwie fühlt es sich nicht nach echter Erholung an, obwohl ich einfach nur auf dem Sofa liege. Jetzt habe ich angefangen, mir bewusst kleine analoge Inseln in den Abend zu bauen, einfach mal ein Buch in die Hand zu nehmen, anstatt auf einen Bildschirm zu starren. Es fühlt sich anders an, fast ein bisschen ungewohnt ruhig. Geht das noch jemandem so, oder bilde ich mir das nur ein?
Ja das kenne ich gut. Nach Feierabend ist alles erledigt und doch kommt keine richtige Ruhe auf. Das Sofa wirkt wie ein stiller Zuschauer und ich suche nach kleinen Inseln aus analoger Zeit die mir helfen die Ruhe wiederzufinden
Aus psychologischer Sicht ist es spannend wie der Übergang vom aktiven Tag zum Abend funktioniert. Bildschirme halten wach. Ein gedrucktes Buch bricht das Muster und schürt eine andere Art von Aufmerksamkeit. Vielleicht ist die Ruhe dann doch realer, weil Gewohnheiten sich erst neu ordnen müssen
Vielleicht sagst du es so als würde ein Buch die Arbeit weglesen doch eigentlich suchst du nur Stille hinter den Geräuschen der Wohnung. Vielleicht bleibt die Erholung länger auf dem Bildschirm hängen und das Buch ist nur ein Zwischenstopp bis du merkst dass die Erholung ganz anderswo liegt
Vielleicht fragst du dich ob das nur dein eigenes Bild ist oder ob andere Ähnliches fühlen. Warum eigentlich fühlt sich diese Ruhe auf dem Sofa nicht vollständig an?
Analoge Inseln nennen viele diese Pausen. Man greift zu Buch statt Bildschirm, eine Kerze, ein Lied das leise im Hintergrund läuft. Es ist ein Bild das offen bleibt und nicht vollständig erklärt was genau geschieht
Ich bleibe skeptisch ob das wirklich Ruhe schafft oder nur einen neuen Rhythmus vorgaukelt. Vielleicht ist das eine Bequemlichkeit und die Leere danach bleibt