Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass mein Zuhause einfach nicht mehr richtig zur Ruhe kommt. Nach der Arbeit schaffe ich es kaum, abzuschalten, obwohl ich eigentlich gerne hier bin. Irgendwie fehlt mir eine klare Grenze zwischen Alltag und Erholung. Habt ihr auch manchmal das Problem, dass eure eigenen vier Wände nicht mehr so richtig als Rückzugsort funktionieren?
Ja das kenne ich. Zuhause soll der Rückzugsort sein aber oft wirkt es wie eine Fortsetzung des Arbeitstages. Die Grenze zwischen Alltag und Erholung verschwimmt und der Raum trägt die Anspannung mit sich herum.
Vielleicht hilft es Räume in klare Zonen zu teilen. Ein Bereich der ausschließlich zum Abschalten gedacht ist, eine Passage die man als Tür zur Entspannung begreift, und passende Lichtstimmungen. Es geht auch um Erwartungen. Ruhe ist kein Ort sondern ein Zustand der sich anfühlt als würde er an der Ecke des Zimmers warten.
Oder vielleicht ist der ganze Begriff Rückzugsort zu eng geschnürt. Vielleicht funktioniert es besser die Wohnung als dynamischen Ort zu sehen der zwischen Aktivität und Entspannung pendelt. Die Pause kommt nicht durch eine abgeschlossene Ecke sondern durch eine Haltung.
Man könnte sagen dass das Thema sich um ein Ritualfeld dreht weniger um einen festen Ort. Ein Konzept das ich ungezwungen als Ritualraum bezeichne öffnet den Blick. Erholung kann aus kleinen Signalen entstehen aus wiederkehrenden Gewohnheiten statt aus Mauern und Türen.