Ich stehe gerade vor einem seltsamen Problem und frage mich, ob es anderen auch so geht. Seit ich den Soundtrack zu "The Last of Us" gehört habe, kann ich mich bei anderen Spielen oder Filmen nicht mehr so richtig auf die Musik einlassen. Es fühlt sich an, als hätte diese eine Komposition eine Art emotionale Latte gelegt, die alles andere jetzt übertrumpfen muss. Ich vermisse dieses Gefühl, einfach von einer neuen Musik gepackt zu werden.
Ich kenne dieses Gefuehl. Seit dem Soundtrack von The Last of Us klappt es mit anderen Melodien nicht mehr so richtig. Es wirkt wie eine Latte die gesetzt wurde und alles muss danach steigen. Vielleicht ist es ein emotionaler Anker und andere Klaenge wirken daneben blass. Selbst neue Musik kommt selten an diese Intensitaet heran.
Aus psychologischer Sicht bleiben starke Klanglandschaften im Gedächtnis haften. Der Soundtrack formt Erwartungshaltungen und koppelt Fuehle an bestimmte Szenen. Wenn du danach immer weniger reagierst kann das eine Ueberreiztheit sein. Der Gedanke dass Musik eine Latte setzt klingt wie eine Metapher doch es geht um Assoziationen die man nicht so einfach wieder freilegen kann.
Vielleicht verwechselst du das Musikgefuehl mit der Stimmung der Geschichte. Manchmal bleiben Bilder im Kopf und Musik wird zum Nebenraum. Koennte es sein dass du der Musik eine Bedeutung zuschreibst die eigentlich tiefer liegt und du glaubst es fehle andere Musik weil dein Fokus gerade auf der Welt da draußen liegt?
Ich bleibe skeptisch. Es klingt wie eine romantisierte Idee dass eine Melodie so etwas festlegt vielleicht ist es einfach Gewoehnung. Neue Musik kann dich ueberraschen aber der Wille die Emotion des ersten Moments nachzuvollziehen bleibt.
Vielleicht geht es auch darum dass Musik Erwartungen schuert und man danach auf der Suche nach dem nächsten starken Moment ist. Der Trick ist vielleicht nicht den perfekten Track zu finden sondern zu sehen wie sich dein Ohr veraendert. Man koennte gezielt experimentieren und andere Genres hoeren ohne zu vergleichen.