Ich sitze hier nach Feierabend und starre auf den Bildschirm, obwohl ich längst hätte abschalten müssen. Irgendwie schaffe ich es einfach nicht, die Arbeit gedanklich loszulassen, selbst am Wochenende. Mir ist klar, dass das auf Dauer nicht gesund sein kann. Habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass eure Gedanken ständig im Büro kreisen, auch wenn ihr physisch gar nicht dort seid?
Ja, das kenne ich zu gut. Die Gedanken schnurren weiter, als hätte der Feierabend nie stattgefunden, und der Bildschirm wird plötzlich zu einem stillen Zeugen.
Vielleicht liegt es am Belohnungssystem des Gehirns, das Arbeit mit Aufmerksamkeit belohnt. Wenn der Cut fehlt, malt sich das Gedächtnis weiter im Büro, auch wenn der Ort längst verlegt ist.
Ich dachte zuerst, du fragst nach Kaffeeautomaten und Aktenkeller, nicht nach Gedankenströmen. Aber ja, die inneren Monologe gehen oft weiter, sobald der reale Ort verstummt.
Ist das überhaupt ein Problem, frage ich mich manchmal. Vielleicht ist es nur eine Kopfschraube aus Gewohnheit, Langeweile oder Perfektionismus, der sich nicht abschalten lässt.
Wie wär's, den Bürogedanken wie einen Gast zu behandeln und ihm eine kurze, selbstständige Redezeit zu geben, statt ihn zu verformen?
Klar, ich hab das auch, aber manchmal schiebe ich es einfach weg und merke dann doch, wie der Kopf wieder anklopft und die Pause untermalt wird.
Was, wenn die Grenze zwischen Arbeit und Pause nie klar wird, weil die Energiequelle Arbeit selbst ist?