Ich sitze seit Wochen an einer Szene, in der zwei Figuren nach einem langen Schweigen endlich wieder miteinander sprechen. Aber jedes Mal, wenn ich ihren Dialog schreibe, klingt es so gestellt und aufgesetzt, als würden sie ihre Sätze von einem Drehbuch ablesen. Mir fehlt dieses Gefühl von natürlicher Spontaneität, dieses Funkeln im Gespräch, das man echten Unterhaltungen manchmal anmerkt. Ich frage mich, ob ich zu sehr darüber nachdenke, wie sie etwas sagen sollen, anstatt einfach zuzulassen, dass sie es sagen.
Vielleicht liegt der Trick darin nicht die Sätze zu perfektionieren sondern ihnen einfach Luft zu geben
Gib dem Schweigen eine Pause und lass die Figur zuerst zögern. Danach antwortet sie vielleicht glaubwürdiger
Vielleicht reden sie wie aus einem Drehbuch und du nimmst das zu ernst wodurch der Dialog steif wirkt
Vielleicht missverstehst du die Szene und sie zeigen eine Spur von Verlegenheit statt kluger Sprüche
Skeptisch gesagt braucht es nicht zu wissen wie es funktionieren soll sondern einfach zu hören was nebenbei geschieht
Vielleicht setzt du dich zu sehr unter Druck und lässt die Leser Erwartungen mit sich tragen statt der Szene Raum zu geben
Eine andere Herangehensweise ist es das Thema zu rahmen statt es zu lösen und zu sehen was passiert wenn Stimmen sich erst langsam finden