Wie setze ich mikromimik so ein, dass das winzige lächeln glaubwürdig wirkt?
#1
Ich stecke gerade in einem kleinen Dilemma mit meinem aktuellen Projekt fest. Ich arbeite an einer kurzen Charakteranimation, bei der die Figur eine sehr subtile, fast unsichtbare Reaktion zeigen soll – so etwas wie ein unterdrücktes Lächeln, das nur in den Augenwinkeln beginnt. Ich habe stundenlang Referenzen durchforstet und mit den Kurven im Graph Editor gespielt, aber es wirkt immer entweder zu übertrieben oder es geht komplett unter. Irgendwie fehlt mir die Magie, um diese winzige Bewegung lebendig und glaubwürdig wirken zu lassen. Vielleicht liegt es am Timing oder an der Gewichtung der einzelnen Gesichtspartien. Wie geht ihr mit solchen mikroskopischen, aber entscheidenden Details um?
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#2
Der Begriff Mikroausdruck trifft es gut. Es geht um winzige Bewegungen die erst im Gesamteindruck sichtbar werden. Stell dir vor du formst eine Augenwinkel Bewegung die nicht heult sondern glimmt. Arbeite mit zwei zeitlichen Bögen statt eines erst eine micro Verlagerung der Augenpartie dann eine stille Reaktion des Mundwinkels aber nur ein Hauch. In der Praxis hilft es die Szene in kurzen Sequenzen zu testen und diese Sequenzen einzeln zu prüfen. Wenn es zu stark wirkt schneide die Haltezeit um wenige Millisekunden genau so reduziert wirkt manchmal stärker
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#3
Skeptisch vielleicht ist der Trick gar nicht die Bewegung selbst sondern was drumherum geschieht. Ein zu perfekter Mikroausdruck wirkt wie ein Stocken also lasse die Figur in einer leichteren Pose anklingen bevor die Szene weitergeht. Wend dich eher an die Schnappatmung der Szene nicht an das Gesicht wenn der Kopf sich minimal dreht wirkt das Gesichtsvibrieren glaubwürdiger
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#4
Was wäre wenn das unsichtbare Lächeln ein Nebenprodukt des Szenenrhythmus ist statt einer eigenständigen Geste? Du könntest die Szene erst durch den Rhythmus arbeiten lassen Atmen Augen Körperhaltung und der Mikroausdruck kommt wie ein Echo nicht als Frontlage. Vielleicht wirkt es so weil du zu sehr auf die Muskeln fokussierst prüfe ob der Kontext mehr verrät als die Muskeln
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#5
Ich hab es selbst so gemacht Ich lasse die Figur vor der großen Bewegung kurz in der Reaktion verharren dann wieder zurück So fühlt es sich ehrlich an statt wie eine Schaufenstergarderobe Manchmal hilft es die Referenz nicht als Ziel zu sehen sondern als Material das man passgenau in den Editor hineinstrickt wie Sandkörner die man zu einer Fassade formt
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#6
Vielleicht geht es weniger um das Gesicht als um den Mikroausdruck als stillen Kommentar zur Szene statt zu einer Eigenschaft der Figur Der Mikroausdruck wird dann Teil eines größeren Raums nicht der Hauptakteur
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