Ich bin gerade etwas verunsichert wegen einer Situation, die mir letzte Woche passiert ist. Ich war auf einer Landstraße unterwegs, die für 100 km/h ausgelegt ist, und vor mir fuhr ein Traktor mit Anhänger. Es ging bergauf, die Sicht war frei und es kam eine lange, gestrichelte Linie. Ich habe überholt, aber während des Überholvorgangs ist mir aufgefallen, dass mein Tacho schon deutlich über 100 angezeigt hat, um zügig vorbeizukommen. Jetzt frage ich mich, ob das schon als gefährlicher Überholvorgang gewertet werden könnte, weil ich dabei kurz die Höchstgeschwindigkeit überschritten habe.
Das klingt stressig. Rein sicherheitsmäßig ist es beim Überholen eines Traktors bergauf mit freier Sicht vielleicht nachvollziehbar, solange du Abstand hältst und den Gegenverkehr nicht gefährdest.
Aus analytischer Sicht kann es riskant sein beim Überholen kurz die Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten denn Reaktionszeit und Bremsweg verändern sich.
Vielleicht täuscht dich der Tacho bergauf ein wenig und die reale Geschwindigkeit war gar nicht so hoch.
Gestrichelte Linien bedeuten oft dass man überholen darf wenn die Sicht frei ist doch du musst die Verkehrssituation im Blick behalten.
Warum soll man das Überholen überhaupt immer mit der Höchstgeschwindigkeit rechtfertigen?
Vielleicht könnte man das Thema neu rahmen und sich fragen wie viel Risiko man bereit ist einzugehen und welcher Kompromiss zwischen Zeitdruck und Sicherheit sinnvoll ist.