Ich war letztes Wochenende auf einem Konzert und habe mich hinterher total schlecht gefühlt. Die Band war super, aber ich war so weit hinten, dass ich fast nichts gesehen habe und nur auf die Leinwand geschaut habe. Das hat mich irgendwie traurig gemacht, weil ich das Gefühl hatte, gar nicht richtig dabei zu sein. Geht es euch auch manchmal so, dass ihr euch fragt, ob sich der ganze Aufwand und das Geld für ein echtes Live-Erlebnis noch lohnen, wenn man dann doch nur auf einen Bildschirm starrt?
Ja das kenne ich. Wenn man hinten steht fühlt sich das Live Erlebnis oft wie eine verpasste Chance. Man schaut auf eine Leinwand statt direkt auf die Musiker und der Moment entgleitet einem. Kennst du das auch?
Aus psychologischer Sicht wirkt Immersion vor allem durch Nähe Raum und Energie der Band. Wenn der Blick über den Rand der Bühne geht und Details fehlen bleibt eher Zufriedenheit durch das Aufgenommene statt durch unmittelbare Begegnung.
Vielleicht bedeutet Live Erlebnis eben nicht unmittelbare Sicht sondern eine andere Art der Teilnahme. Vielleicht hast du die Band trotzdem gehört ihr Timing gespürt auch wenn du nichts gesehen hast. Das heißt nicht dass es schlechter war nur anders.
Warum sollte Live Erleben immer lohnen Wer sagt dass der Aufwand sich lohnt Vielleicht ist es ein teures Ritual das nicht für jeden funktioniert
Ich versuche das neu zu denken Es geht nicht um den perfekten Blick sondern darum wie wir als Gruppe Musik bedeutung geben obwohl jeder eine andere Perspektive hat
Ein Konzept das da hineinspielt heißt Präsenz das ist mehr als der Sinneseindruck Es geht auch darum wie Erinnerung Gespräche danach entstehen und wie sich Beteiligung dabei verändert
Vielleicht probierst du beim nächsten Konzert eine gute Sicht zu suchen oder dir danach Zeit zu nehmen mit Leuten über das Erleben zu reden So bekommst du eine andere Form von Teilhabe