Ich bin letzte Woche mit dem Zug von Hamburg nach München gefahren und habe mich die ganze Zeit gefragt, ob das wirklich die bessere Wahl war. Die Fahrt war pünktlich und bequem, aber irgendwie hatte ich das ständige Gefühl, etwas zu verpassen oder nicht ganz Herr der Lage zu sein. Diese Abhängigkeit vom Fahrplan und den Strecken hat mich nachdenklich gemacht. Vielleicht geht es anderen auch so, dass sie trotz aller Vorteile ein mulmiges Gefühl bei der reinen Schienenmobilität nicht loswerden.
Es wirkt wie eine leise Unruhe die bestehen bleibt auch wenn der Zug pünktlich war und der Komfort stimmte
Man verlässt sich gern auf Fahrpläne und Strecken doch darin steckt eine Art Sicherheit die gleichzeitig Raum für Zweifel lässt
Vielleicht interpretiert der eine Leser die Situation ganz anders als der andere und denkt zuerst an Komfort statt an Kontrolle
Was wenn die Frage selbst falsch gestellt ist und Reisen nicht als Wahl zwischen Zufriedenheit und Verpassen gesehen werden will?
Manche würden sagen der Plan gibt Sicherheit doch ich bleibe skeptisch und frage mich ob Sicherheit ohne Freiheit wirklich gut ist
Vielleicht geht es um die Schienenmobilität selbst und darum wie wir Bewegung freier fassen statt als Pflichtbild zu sehen