Ich bin in letzter Zeit wirklich oft über den Begriff "Digital Detox" gestolpert. Eigentlich habe ich das immer für einen etwas angestaubten Trend gehalten, aber jetzt merke ich selbst, wie mein Handy immer griffbereit liegt, selbst wenn ich eigentlich ein Buch lesen oder einfach nur dasitzen möchte. Es fühlt sich nicht mal nach bewusstem Nutzen an, sondern eher nach einem automatischen Griff. Ich frage mich, ob andere das auch so kennen und ob dieser ständige leichte Zugang zum Digitalen euch manchmal den Kopf unnötig voll macht.
Digital Detox klingt für mich wie ein hübsches Wort, das sich leichter aussprechen lässt als zu leben. Ich merke, wie das Handy ständig in Griffweite liegt, und das ist weniger eine bewusste Wahl als ein reflex.
Vielleicht ist das ein klares Zeichen für den Belohnungszyklus im Hirn: Benachrichtigungen lösen kleine Freuden aus, und der Griff wird zur Gewohnheit, auch wenn man gerade etwas anderes will.
Eigentlich frage ich mich, ob der ständige Zugang wirklich nervt oder ob wir einfach an die leichte Ablenkung gewöhnt sind.
Es könnte helfen, die Umgebung zu verändern statt am Gerät herumzuspielen, zum Beispiel einen ruhigen Ort zu suchen und das Buch nicht zu lange beiseite zu legen, aber ob das wirklich klappt, weiß ich nicht?
Vielleicht ist es auch gar kein echtes Problem, sondern eine Sprachregel der Gegenwart: Wir definieren Technologie als Störung, um uns dabei zu fühlen, wie wir gegen den Strom ankämpfen.
Vielleicht wäre es sinnvoller, den eigenen Rhythmus zu fragen statt nach einer Lösung zu suchen?