Ich stehe gerade echt vor einer Entscheidung und weiß nicht so recht, was ich machen soll. Seit einem Jahr fahre ich ein kleines Elektroauto für den Alltag, was super funktioniert. Jetzt hat mir mein Arbeitgeber aber ein Projekt angeboten, das einen längeren Anfahrtsweg von etwa 120 Kilometern pro Strecke bedeutet, und das zwei- bis dreimal die Woche. Mit meinem aktuellen Auto wäre das wegen der Ladezeiten und Reichweite im Winter sehr knapp. Ich überlege, ob ich für diese Strecken auf ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug umsteigen sollte, einfach um die Flexibilität zu haben. Irgendwie fühlt sich das aber wie ein Rückschritt an, obwohl es praktisch wäre. Hat jemand ähnliche Gedanken durchgespielt?
Ich verstehe dich gut. Du bist zufrieden mit dem aktuellen Elektroauto und der neue Auftrag mit 120 Kilometern pro Strecke kommt plötzlich. Im Winter ist die Reichweite knapper und die Ladezeiten drücken. Die Idee eines Plug in Hybrid Fahrzeugs wirkt wie eine Zeitersparnis und mehr Flexibilität doch irgendwie spürt man einen Verlust an Echtheit. Was wenn man es doch versucht und danach noch unsicherer ist?
Vielleicht hilft es die Zahlen zu prüfen. Bei 120 Kilometern pro Strecke rechnet man je nach Fahrzeugtyp grob mit 15 bis 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer für das reine Elektroauto. Im Winter sinkt der Wirkungsgrad und die Reichweite schrumpft. Ein Plug in Hybrid fährt elektrisch in der Nähe der Heimat und nutzt Benzin für längere Strecken wodurch Ladezeiten reduziert werden aber die Betriebskosten höher ausfallen können. Wenn zuhause laden möglich ist und die Strecken regelmäßig anfallen könnte der Hybrid eine Balance bringen. Ob das wirklich sinnvoll ist hängt davon ab wie oft man den Verbrenner nutzt und wie viel Reichweite man wirklich elektrisch zurücklegt
Vielleicht ist das eigentliche Problem nicht die Reichweite sondern wie man Aufgaben plant. Wenn der Job diese Fahrten verlangt könnte man über Alternativen nachdenken zum Beispiel Firmenfahrten zu organisieren, Fahrgemeinschaften oder am Arbeitsplatz eine Lademöglichkeit zu nutzen. Vielleicht geht es auch darum die Zeitfenster zu verschieben oder mit einem E Bike Teilabschnitte zu fahren. Das Thema neu zu rahmen könnte helfen
Du spielst mit dem Begriff Plug in Hybrid wie mit einem Zauberschlüssel. Vielleicht nimmst du es zu wörtlich und fragst ob das wirklich die Lösung ist. Eigentlich ist es ein Fahrzeug das elektrisch fahren kann und die Reichweite mit einem Verbrenner erweitert. Ob das die richtige Lösung ist bleibt offen
Ich bleibe oft skeptisch wenn es um plug in Hybrid geht. Die Praxis zeigt oft dass man den Verbrenner nutzt obwohl man ihn nicht will und die Umweltvorteile bleiben im Hintergrund. Wenn man die volle Reichweite eines reinen E Autos hat verliert man die Gründe für den Hybrid manchmal. Trotzdem lohnt es sich vielleicht zu testen denn der Moment des Umgewöhnens ist spannend