Ich sitze hier und denke über die letzten Elternabende nach. Immer wieder fällt das Wort "individuelle Förderung", aber irgendwie bleibt es bei dem Begriff. In der Praxis scheint es oft bei Extrastunden für diejenigen zu enden, die nicht mitkommen. Mein Sohn ist nicht schlecht in der Schule, aber er langweilt sich oft und sagt, es wiederhole sich alles. Ich frage mich, ob das wirklich damit gemeint ist, jedem Kind gerecht zu werden, oder ob wir einfach nur ein System haben, das vor allem auf den Durchschnitt ausgerichtet ist.
Es frustriert mich zu hören von individueller Förderung und dann zu sehen dass am Ende doch nur Zusatzstunden für die Langsameren übrig bleiben, was sagt das über Gerechtigkeit bei uns?
Vielleicht geht es bei der individuellen Förderung um Lernbiografien statt um eine einfache Stundenanpassung und damit bleibt der Durchschnitt dennoch das Maßstab in unserem Schulsystem.
Ich vermute die individuelle Förderung bedeutet erst einmal mehr Aufgaben was sich unfair anfühlt und ich frage mich ob das wirklich hilft?
Vielleicht ist der Begriff individuelle Förderung schon eine Beschönigung unter der Oberfläche bleibt oft ein angepasstes Diktat der Klassenvorgaben.
Ich glaube die Idee klingt gut auf dem Papier und in der Praxis wird eher der Druck von oben auf uns Eltern abgeladen.
Statt von Förderung zu reden könnte man von Lernkontext reden der sich an den Interessen der Kinder orientiert und nicht nur an Noten.
Vielleicht ist das ganze Konzept eine Modeerscheinung und niemand fragt ob es zu viel verlangt.