Ich sitze gerade hier und schaue auf mein Depot und frage mich, ob ich zu viel nachbaue. Letztes Jahr habe ich nach einem guten Quartalsbericht eines Unternehmens nachgekauft, obwohl der Kurs schon stark gelaufen war. Jetzt, wo es etwas schwächelt, überlege ich wieder, nachzulegen. Irgendwie fühlt es sich an, als würde ich versuchen, meinen Durchschnittskosten nach unten zu korrigieren, anstatt wirklich auf die Fundamentaldaten zu schauen. Macht das überhaupt Sinn, oder betrüge ich mich da selbst?
Hm, das kenne ich nur zu gut. Man sitzt vor dem Depot und fühlt sich getrieben, die Kostenbasis nach unten zu drücken, obwohl der Bericht gut war. Es ist oft mehr Angst als Logik dahinter, oder?
Fundamentaldaten bleiben der Kompass. Nachkaufen könnte sinnvoll sein, wenn Wachstum, Cashflow und Ertragsaussichten tatsächlich stabil bleiben, auch wenn der Kurs schon gelaufen ist. Ansonsten ist es nur eine Korrektur der Durchschnittskosten, nicht eine Prüfung der Substanz.
Vielleicht denkst du, dass Nachkauf den Verlust ausgleicht, weil man den Durchschnitt senkt. So verstehe ich es manchmal, aber das verschiebt nur die Frage: Stimmt die Firma wirklich noch langfristig, oder nicht?
Ich bin skeptisch. Das wirkt wie ein psychologischer Trick, sich über Zahlen zu retten statt die Substanz zu prüfen. Vielleicht hilft eine klare Regel: nur kaufen, wenn die Fundamentaldaten stimmig bleiben und die Bewertung nicht völlig verrückt ist.
Vielleicht geht es gar nicht primär um die Firma, sondern um Erwartungen der Anleger. Die Börse lebt von Stimmungen und Storys. Wenn du nachkaufst, fragst du dich eher, was andere denken, als was das Unternehmen wirklich kann.
Es ist komplexer als ja oder nein. Man könnte Positionen teilen, regelmäßig prüfen, ob die Fundamentaldaten noch tragen, und eine Risikodiversifikation in Betracht ziehen, ohne alles auf einmal zu drücken. Wann Nachkauf sinnvoll ist, bleibt offen; vielleicht hängt es mehr von deiner Risikotoleranz ab als von der Kursbewegung.