Seit wir vor zwei Jahren aufs Land gezogen sind, frage ich mich, ob wir mit unserem kleinen Garten eigentlich noch Selbstversorger sind oder schon in die Kategorie Hobbygärtner mit Ambitionen rutschen. Wir haben ein paar Hühner, einen großen Kompost und bauen Gemüse an, aber der Ertrag reicht vielleicht für einen Monat im Sommer. Manchmal fühlt es sich an, als würden wir nur spielen, während die echten alten Hofbesitzer hier mühelos das ganze Jahr über aus ihrem Garten leben.
Es klingt, als würdet ihr euch gerade die Frage stellen, ob der Garten mehr Ernte oder mehr Identität liefert. Selbstversorgung ist kein Garantieschein, sondern ein Gefühl, das sich aus dem Rhythmus von Ernte, Füttern und Kompost zusammensetzt. Vielleicht ist es ok, nicht jeden Sommer alles zu Hause zu haben, solange ihr die Freude spürt, dass ihr euch selbst versorgt, auch wenn es nicht die ganze Palette abdeckt.
Eine analytische Spur könnte helfen. Überlegt euch eine grobe Jahresrechnung was ihr wirklich braucht und was der Garten liefern kann. Ernte pro Quadratmeter Hühnerbedarf Kompostvolumen und wie viel ihr im Winter kauft und wie viel selbst erzeugt bleibt. Wenn die Bilanz akzeptabel ist könnt ihr euch als Teil der Selbstversorgung sehen, falls nicht bleibt es ein lohnendes Hobby mit Ambitionen.
Ich glaube, ihr habt das Wort Selbstversorger vielleicht zu streng genommen. Vielleicht seid ihr schon auf einem Weg der Unabhängigkeit, weniger Supermarkt, mehr Kreislauf. Könnte sein, dass ihr gar nicht alles liefert, aber doch genug um Freude und Stabilität zu gewinnen.
Was wenn die Frage nicht lautet ob ihr Selbstversorger oder Hobbygärtner seid sondern wie ihr Garten und Alltag besser aufeinander abstimmt?