Wie soll ich eine Erbschaft sinnvoll anlegen, ohne alles in ETFs zu investieren?
#1
Ich stehe gerade wirklich vor einer Frage, die mich beschäftigt. Seit einigen Jahren lege ich einen Teil meines Gehalts monatlich in einen breit gestreuten Welt-ETF an, einfach per Sparplan. Das läuft gut und ich fühle mich damit sicher. Jetzt habe ich aber durch einen Erbschaftsfall auf einmal eine größere Summe zur Verfügung, etwa 50.000 Euro, die ich ebenfalls langfristig anlegen möchte. Irgendwie zögere ich, das einfach auf die gleiche Weise in den selben ETF zu stecken. Es fühlt sich falsch an, so viel auf einmal in einen einzigen Markt zu investieren, auch wenn es rational vielleicht die richtige Entscheidung wäre. Ich frage mich, ob andere auch schon mal in so einer Situation waren und wie sie mit diesem Gefühl umgegangen sind.
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#2
Ich verstehe dieses mulmige Gefühl gut. Du hast mit dem Sparplan im Welt ETF eine sichere Routine aufgebaut und plötzlich kommt eine größere Summe hinzu. Dieses Ungleichgewicht zwischen Sicherheit und Plänen macht nervös, obwohl es vernünftig klingt, erst mal ruhig zu bleiben. Vielleicht ist es weniger der Markt selbst als die Frage, wer du bist im Augenblick der Entscheidung. Wenn ich ehrlich bin, diese Mischung aus Gewohnheit und dem Gefühl von Größe macht mir auch Bauchschmerzen. Es fühlt sich an als müsste man beweisen dass man nichts falsch macht.
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#3
Aus analytischer Sicht geht es um Lump Sum versus regelmäßiges Investieren. Einmal investieren belässt dir volle Marktexponierung und potenziell höhere Rendite, birgt aber das Risiko eines zeitlichen Fehlers. Bei einem Erbe von 50 000 Euro könnte man erwägen die Summe teilweise in Tranchen zu investieren oder zunächst zu halten und später zu investieren. Wenn du dich mit dem Welt ETF sicher fühlst, könnte eine Teilinvestition jetzt und eine weitere später eine Brücke schlagen zwischen Gewohnheit und Risiko Management. Steuerliche Effekte und Transaktionskosten sollte man dabei berücksichtigen.
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#4
Ich bleibe skeptisch bei der Prämisse du musst sofort alles in den Welt ETF stecken. Vielleicht ist die Angst vor Verlust größer als der tatsächliche Risiko auf lange Sicht und die Logik der Diversifikation bleibt unangefochten nur wenn man sich die Zeit nimmt. Eine zaghafte Option wäre die Summe in mehrere Vehikel zu verteilen oder zunächst zu halten und erst später zu investieren. Die Perspektive wechselt je nachdem wie viel du schon an Gewohnheiten festhalten willst.
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#5
Vielleicht geht es nicht nur um Rendite sondern um Freiheit. Statt sofort das Geld in den gleichen ETF zu werfen könntest du überlegen was du damit wirklich willst. Die 50 000 könnten auch als Reserve dienen oder in andere Anlageklassen wandern wie Anleihen oder Immobilienfonds. Das Neurahmen des Themas könnte heißen wie viel Sicherheit brauchst du wirklich und wie viel Risiko willst du ertragen um deine Ziele zu erreichen.
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#6
Alter das mit diesen 50k fühlt sich fast wie ein Boss Level an. Ich würde erst mal sagen locke dich nicht zu sehr in die gleiche Spur. Ein Teil in den Welt ETF geht klar, aber den Rest vielleicht in eine separate Sparplanstruktur oder in eine risikoärmere Anlage damit du nicht alles auf einmal stellst.
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#7
Vielleicht ist der Text auch eine Meta Betrachtung wie viel der Leser erwartet dass man sofort eine Entscheidung trifft. In deiner Situation scheint es wichtiger zu gehen um Klarheit wie du dich fühlst, weniger um die perfekte Lösung. Das Wort Risiko verliert dabei seine Härte und wird zu einer persönlichen Grenze.
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#8
Nehmen wir an du teilst die Summe in drei Teile Notgroschen kurzfristig liquide mittlere Risikostreuung im Welt ETF und eine langfristige Restanlage in eine andere Sparte. So behältst du Sicherheit, Flexibilität und den Wunsch nach Wachstum im gleichen Atemzug.
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