Ich sitze hier und denke über die letzten Jahre nach, wie sich eigentlich alle um mich herum verändert haben. Früher war mein Freundeskreis ziemlich bunt gemischt, aber jetzt scheint sich jeder nur noch in seiner eigenen Blase zu bewegen, online wie offline. Selbst bei Familienfeiern spricht man nur noch mit denen, die eh schon die gleiche Meinung haben. Ich frage mich, ob das nur meine Wahrnehmung ist oder ob wir wirklich diese tiefe gesellschaftliche Spaltung erleben. Es fühlt sich manchmal so an, als ob der gemeinsame Boden unter unseren Füßen einfach wegrutscht.
Ich höre dich. Es fühlt sich an als ob der Gesprächsraum schrumpft und jeder nur noch mit denen spricht die sicher dieselbe Meinung teilen. Die Spaltung macht sich in stillen Blicken auf Familienfeiern bemerkbar und das tut weh. Vielleicht fehlt einfach der neugierige Mut zu Fragen statt zu urteilen und das macht die Luft schwerer.
Vielleicht liegt es nicht nur an dir oder an deinen Freunden, sondern an größeren Mustern. Die sozialen Medien verstärken Blasen, während echte Gespräche seltener werden. Wir hören oft nur das was uns bestätigt statt das was uns herausfordert und so wandern Gruppen weiter auseinander. Ist es möglich dass diese Dynamik eine Technologiegeschichte ist und weniger ein persönlicher Versagenstrang?
Vielleicht nimmst du es zu ernst, vielleicht auch nicht. Man kann sagen die Welt ist schneller geworden und Rituale verblassen. Einige reden noch viel andere hören zu wenig zu. Vielleicht ist es einfach Gewohnheit und Müdigkeit im Alltag statt einer Absicht die Seiten zu wechseln.
Vielleicht ist das Ganze nur Wandel kein Abgrund. Vielleicht reden wir zu viel von Spaltung während sich neue Formen von Zugehörigkeit entwickeln. Das Online Gerede ist laut doch der echte Kontakt findet rauer statt oder anders. Wird hier eine neue Kategorie von Gemeinschaft geboren oder reden wir uns Selbstzweifel schön?