Ich stehe gerade wirklich etwas neben mir, nachdem ich gestern mit meinem Bruder gesprochen habe. Er hat mir erzählt, dass er seit ein paar Monaten heimlich eine Therapie macht, und ich hatte überhaupt keine Ahnung. Einerseits bin ich total erleichtert, dass er sich Hilfe sucht, andererseits frage ich mich, warum er mir das nicht früher sagen konnte. Wir waren doch eigentlich immer sehr eng. Jetzt weiß ich nicht, ob ich das Thema ansprechen soll oder ob ich warten muss, bis er von selbst damit kommt. Ich möchte auf keinen Fall übergriffig wirken, aber es fühlt sich seltsam an, so etwas Wichtiges nicht zu thematisieren.
Das trifft mich ehrlich gesagt auch Es ist einerseits erleichternd dass er Hilfe sucht und gleichzeitig spüre ich Verwirrung darüber wie nah man sich stehen kann und doch so etwas verheimlichen kann
Vielleicht hilft es zu klären wie viel du hören willst und was du dir von dir selbst als Reaktion wünschst Wie willst du ihn ansprechen damit es nicht übergriffig wirkt
Was wenn er das Thema gar nicht als große Offenbarung sieht sondern als Schritt den er noch allein ausführen wollte und du jetzt versehentlich Teil davon bist
Vielleicht ist dein Gefühl auch eine Reaktion auf eine Norm die Familie immer offen legen soll und ob man wirklich jedes Geheimnis sofort auspacken muss bleibt offen
Vielleicht sollst du den Blickwinkel wechseln und statt das offene Thema zu suchen eher darauf achten wie ihr zukünftig miteinander seid
Behalte im Kopf dass das Hauptkonzept die Brücke zwischen zwei Wegen ist Therapie kann als Brücke gesehen werden nicht als Bombe die platzen muss