Ich habe letztens mit einem Freund über Klimawandel diskutiert und gemerkt, dass wir aneinander vorbeigeredet haben, obwohl wir beide die wissenschaftlichen Fakten eigentlich kennen. Es ging irgendwie mehr um unsere unterschiedlichen Werte und Ängste. Seitdem frage ich mich, ob wir in der Wissenschaftskommunikation vielleicht zu viel auf die reine Faktenvermittlung setzen und dabei vergessen, dass es bei vielen Themen eigentlich um tiefere, emotionale Schichten geht. Wie schafft man es, diese Ebene anzusprechen, ohne dass die Sache gleich in einem Streit endet?
Beim Klimawandel geht es mir oft um Verantwortung und Sorge, nicht nur um Zahlen. Wenn wir reden höre ich lieber zu, welche Werte und Ängste hinter den Worten stehen, statt gleich mit der neuesten Studie zu kommen. Was hältst du davon, dass Werte wichtiger wirken als Beweise?
Beim Klimawandel wäre es hilfreich zu unterscheiden, was robust bekannt ist von Grenzfällen und Unsicherheiten. Dann zu fragen, wie persönliche Erfahrungen das Verständnis färben und welche Werte sich daraus ableiten lassen, statt Fakten gegen Fakten abzuspielen.
Vielleicht missversteht man die andere Seite und denkt die Wissenschaft sei kalt und sicher. Denkst du, dass dein Freund erwartet dass alles eindeutig ist statt Wahrscheinlichkeiten zu hören? Beim Klimawandel merken wir oft, dass Unsicherheit Teil der Debatte ist.
Vielleicht sollten wir das Thema Klimawandel neu rahmen als Frage der gemeinsamen Zukunft statt als Belastung der Vernunft. Es geht weniger darum wer Recht hat als darum wie wir zusammen Lösungen finden können.