Ich habe gerade die Nachrichten aus meinem Heimatland gesehen und frage mich, ob ich die Verbindung dorthin langsam verloren habe. Seit ich vor acht Jahren weggezogen bin, fühlt sich alles so distanziert an, fast wie eine alte Erzählung. Manchmal frage ich mich, ob diese Distanz meine Sicht auf die aktuellen Ereignisse dort verzerrt. Ich weiß nicht, ob andere Auslandslebende das auch so empfinden.
Es tut weh zuzugeben dass die Distanz zu meiner Heimat wie eine stille Wand zwischen mir und dem Ort ist den ich früher kannte.
Aus der Distanz betrachtet wirken aktuelle Nachrichten oft wie eine verzerrte Karte denn der Alltag dort in meinem Kopf bleibt als Bilderstrecke und der Raum dazwischen fehlt.
Ich merke wie ich die Dinge dort zu analytisch betrachte und dabei verliere ob die Ereignisse wirklich so sind wie sie scheinen.
Vielleicht frage ich mich ob dieses Distanzgefühl mehr über mich sagt als über das Land und ob man nicht eine klarere Perspektive braucht statt ständiger Selbstzweifel.
Was wäre wenn Distanz nicht Trennung bedeutet sondern eine Einladung zu neuen Verbindungen?
Vielleicht geht es nicht darum Zugehörigkeit zu retten sondern die Idee Heimat als offenen Raum zu begreifen der sich mit jedem Blickwinkel wandelt.