Wie stark beeinflusst favoritismus bei bewerbungen die chancen langfristig?
#1
Ich habe letzte Woche mit meinem Sohn über seinen ersten Ferienjob gesprochen und mir ist etwas aufgefallen, was mich seitdem nicht loslässt. Er hat einen Platz in einer wirklich guten Firma bekommen, aber nur, weil ein Bekannter meines Bruders dort arbeitet. Ein Klassenkamerad von ihm, der vielleicht sogar besser qualifiziert ist, hat es nirgends geschafft. Ich frage mich, wie oft so etwas passiert und was das langfristig für Chancen bedeutet. Diese Art der stillen Bevorzugung fühlt sich irgendwie falsch an, aber gleichzeitig wäre ich dumm gewesen, die Möglichkeit für meinen Sohn nicht zu nutzen. Wo zieht man da die Grenze?
Zitieren
#2
Es klingt ehrlich gesagt beunruhigend. Eine gute Firma öffnet Türen durch Beziehungen und das trifft das Gefühl für Fairness. Wenn dein Sohn die Chance über eine Bekannte im Unternehmen bekommt, fragt man sich sofort ob er es wirklich verdient hat oder ob der Name zählt. Gleichzeitig ist es schwer nein zu sagen weil die Möglichkeit da war und er sie genutzt hat. Solche Erfahrungen setzen Druck auf die Karriere anderer, die sich Mühe geben. Was bedeutet das langfristig für die Chancen der jungen Kolleginnen und Kollegen?
Zitieren
#3
Aus analytischer Sicht hängt die Frage davon ab wie stark man Leistung versus Beziehungen gewichtet. Wenn man eine Verbindung nutzt die da ist, kann man sagen der Nutzen überwiegt. Aber die Bedenken bleiben. Die Grenze liegt nicht bei der persönlichen Entscheidung allein, sondern bei den Auswirkungen auf andere. Man könnte argumentieren dass es fair ist wenn Chancen durch Leistung bemessen werden. Gleichzeitig bleibt die Frage ob die Kriterien unabhängig von Beziehungen funktionieren.
Zitieren
#4
Vielleicht geht es hier um eine Bevorzugung durch Netzwerke statt um echte Leistung. Vielleicht interpretierst du die Situation zu streng als Ungerechtigkeit und verkennst dass dein Sohn einfach Glück hatte. Vielleicht ist es auch gut gemeint und der Bekannte hat nur geholfen weil er an das Potenzial glaubt. Bevorzugung bleibt trotzdem ein unschöner Beigeschmack. Eine klare Linie zu ziehen ist schwer.
Zitieren
#5
Vielleicht geht es hier gar nicht um faire Chancen sondern um die Kultur im Beruf. Wenn man eine Chance erhält und nicht transparent erklärt wird ist der Eindruck von Zufall unfair. Vielleicht sollte man eher darauf schauen wie man jungen Leuten beibringt Verantwortung zu übernehmen statt Beschwerde zu betreiben. So ein Thema braucht offene Kommunikation und klare Werte.
Zitieren
#6
Vielleicht wird hier zu viel moralisiert. Netzwerke sind oft real und wichtig in der Praxis. Wenn jemand eine Verbindung hat und das als übersehende Leistung verkauft wird ist das problematisch doch man sollte auch die Struktur berücksichtigen. Wer wünscht sich eine Welt ohne Nuancen in der realen Arbeitswelt?
Zitieren


[-]
Schnellantwort
Nachricht
Geben Sie hier Ihre Antwort zum Beitrag ein.

Bestätigung
Bitte den Code im Bild in das Feld eingeben. Dies ist nötig, um automatisierte Spambots zu stoppen.
Bestätigung
(Keine Beachtung von Groß- und Kleinschreibung)

Gehe zu: