Ich überlege schon länger, ob ich mal einen Stammtisch in meiner Stadt gründen sollte. Letztes Jahr bin ich umgezogen und es fällt mir schwerer als gedacht, hier wirklich Anschluss zu finden. Die meisten Leute, die ich treffe, sind nett, aber die Gespräche bleiben oft oberflächlich. Ich habe das Gefühl, es fehlt ein regelmäßiger, ungezwungener Treffpunkt, wo man einfach ins Gespräch kommen kann. Andererseits habe ich auch Bedenken, ob sich überhaupt jemand dafür interessieren würde oder ob ich dann die ganze Organisation alleine schultern müsste. Vielleicht hat ja jemand ähnliche Gedanken gehabt oder sogar schon Erfahrungen mit so etwas gemacht.
Das trifft mich total. Ich bin auch vor kurzem umgezogen und kenne dieses Gefühl der Einsamkeit. Ein Stammtisch könnte leichter zu echten Gesprächen führen als zufällige Treffen.
Vielleicht steckt dahinter die Annahme dass alle den gleichen Wunsch haben. Wer organisiert ist der Moment auch eine Frage. Wer meldet sich wer macht das regelmäßig. Ein kleiner Start kann die Dynamik schaffen.
Du willst vielleicht nur lockere Abende bei denen sich niemand verpflichtet fühlt. Und dann übersiehst du vielleicht dass es am Ort selbst liegt. Am Kaffeehaus nebenan fehlt der Duft der Verbindlichkeit.
Was wenn das eigentliche Problem nicht der Ort sondern die Art der Gespräche ist?
Ich halte die Idee für mutig doch sie klingt nach Mehrarbeit. Die Leute melden sich selten wenn es um Organisation geht. Vielleicht ist das Risiko zu groß.
Vielleicht wird aus dem Wunsch nach Stammtisch mehr ein offener Raum der Vielfalt statt eines festen Formats. Eine Idee die noch nicht ganz ausdefiniert ist könnte helfen den richtigen Ton zu finden.