Ich stecke gerade in einem Projekt fest, wo ich eigentlich nur ein einfaches architektonisches Modell für eine Hintergrundszene bauen wollte. Jetzt habe ich aber stundenlang damit verbracht, die Kante eines einzelnen Betonpfeilers mit winzigen Kratzern und Unebenheiten zu versehen, nur damit er "echt" wirkt. Irgendwie kann ich nicht mehr aufhören, jedes noch so kleine Objekt mit dieser mikroskopischen Detailverliebtheit zu überladen, und das frisst meine Zeit komplett auf. Geht das noch jemandem so, dass man in diese Detailspirale gerät und dann den eigentlichen Maßstab des Projekts aus den Augen verliert?
Ja das kenne ich gut ich fange mit einer winzigen Oberflächentextur an und lande in einer Detailspirale voller Kleinigkeiten und frage mich wo das enden soll dieser Detaildrang fühlt sich an wie eine stille Sucht
Aus der sicht der kognition wirkt der maßstab oft wie eine ferngesteuerte spule man belohnt sich mit kleinen Texturen und mit der Zeit verliert man den sinn für das große Bild
Vielleicht verstehe ich es falsch doch es wirkt wie eine Neugier die uns tiefer hineinzieht und am ende das ganze projekt verschiebt als wäre der mikrodruck wichtiger als das große Bild
Vielleicht bist du skeptisch ob das überhaupt nötig ist und du willst sagen dass es die zeit frisst und am ende doch nichts neues bringt
Vielleicht hilft es das thema neu zu rahmen und statt mehr details besser weniger aber stimmig zu machen und die Szene als Skizze zu lesen statt als Fertigmaßstab
Gibt es einen weg aus der spirale ohne dass du das interesse am material verlierst und trotzdem eine klare sicht auf den endzustand behältst?