Ich habe letztens mit einem Freund darüber gestritten, ob es okay ist, einen Film oder eine Serie zu schauen, wenn man weiß, dass einer der Hauptdarsteller inzwischen problematische Dinge getan hat. Bei mir geht es konkret um eine Serie, die ich wirklich mochte, aber jetzt kann ich die Hauptfigur einfach nicht mehr unbefangen sehen. Ich frage mich, ob man die Kunst vom Künstler trennen kann, oder ob das überhaupt möglich ist, wenn man es einmal weiß. Es fühlt sich irgendwie falsch an, das weiter zu unterstützen.
Das tut weh, ich verstehe dich wirklich. Die Frage Kunst vom Künstler trennen ist schwer, aber vielleicht doch möglich, je nachdem wie stark dich der menschliche Vorwurf trifft.
Aus analytischer Sicht lohnt es, zu unterscheiden zwischen dem Werk als Produkt und dem Verhalten der Person. Kunst vom Künstler trennen klingt simpel, aber oft rückt die Frage in den Mittelpunkt welche Lehren man aus dem Werk zieht, wenn man den Urheber kennt.
Ich bleibe skeptisch, ob das überhaupt sinnvoll ist. Vielleicht dient Kunst auch dazu, widerstreitende Stimmen zu provozieren und nicht als moralischer Maßstab.
Vielleicht geht es darum zu prüfen wie stark man die Geschichte im eigenen Kopf noch anlegen lässt statt nach außen zu schauen.
Zuerst dachte ich du fragst ob man einfach weiter schaut, doch vielleicht geht es um Vertrauen in Erzählwelten die einem wichtig sind. Was bedeutet Loyalität gegenüber einer Erzählwelt?
Vielleicht ist es ok eine Pause zu machen bevor man wieder einsteigt ganz locker. Es braucht Zeit um zu entscheiden wie man mit der Kunst vom Künstler trennen will.