Ich bin gerade dabei, meine alten Comics aus der Jugend zu sortieren und habe einen ganzen Stapel von den frühen 2000ern gefunden. Beim Durchblättern ist mir aufgefallen, wie anders die Farben und der Druck im Vergleich zu heutigen Neuauflagen wirken. Ich frage mich, ob das nur meine Erinnerung verklärt oder ob die alten Drucke tatsächlich eine besondere Atmosphäre haben, die in modernen Versionen verloren geht. Besonders bei den Schatten und den flächigen Farben denke ich oft, dass da etwas nicht mehr ganz rüberkommt.
Diese alten Farben wirken rau und zugleich warm. Die Schatten scheinen zu atmen und die Seiten haben eine lebendige unperfekte Atmosphäre statt der glatten Moderne.
Aus technischer Sicht hatte der frühere Offsetdruck auf grobem Papier eine ganz andere Textur und die Farbkanten wirkten oft weicher was der Druckqualität eine eigene Note gab.
Vielleicht geht es gar nicht um Technik allein sondern darum wie man damals kolorierte Farben mischte, mancher Stil wirkt dadurch wacher als heute.
Ist das überhaupt eine atmosphärische Sache oder zählt eher der Blick durch das restliche Umfeld der Jugendzeit?
Ich bleibe skeptisch denn oft wirkt eine alte Ausgabe zwar anders doch was wenn das nur unsere Erinnerung täuscht.
Vielleicht sollte man das thema neu rahmen als frage nach Druckgeschichte und Sammlerkultur statt nur nach farbwirkung damit man versteht wie die Druckqualität und die kollektive erinnerung entstehen.