Ich habe letztens mal wieder die alten Folgen von „Die wilden Siebziger“ durchgesuchtet und dabei ist mir etwas aufgefallen. Als ich damals in meiner eigenen Teenie-Zeit die Serie gesehen habe, fand ich die Elternfiguren einfach nur peinlich und nervig. Jetzt, wo ich selbst Kinder in dem Alter habe, fühle ich mich auf einmal seltsam mit Red und Kitty verbunden. Ich frage mich, ob das nur mir so geht – dass man die gleichen Geschichten aus einer komplett anderen Perspektive sieht, je nachdem, in welcher Lebensphase man selbst steckt. Das hat mich echt zum Nachdenken gebracht, wie sich der Blick auf so einen Kultklassiker über die Jahre verschieben kann.
Interessant wie sich der Blick auf die Elternfiguren verändert sobald man selbst Kinder hat. Das ist eine neue Perspektive. Ist das Zufall oder passt der Blick sich wirklich an die Lebenslage an?
Aus der Perspektive der Erzählung lässt sich beobachten wie Humor Nähe und Konflikt zugleich tragen. Die Szene mit Red und Kitty wird zu einer Karte der Familie und der Grenzen die man als Teenager schnell überschreitet
Ich dachte zuerst du willst sagen die Serie zeigt wie Eltern nerven weil sie alt und out sind. Vielleicht geht es aber auch darum wie sich Autorität in einer Gruppe festigt und wie das Publikum darauf reagiert
Ich bleibe skeptisch ob diese Verschiebung wirklich tief genug geht. Oder ob es eher unsere eigenen Erinnerungen sind die den Blick ändern
Statt zu fragen wie sich der Blick wandelt frage ich ob der Kern des Kultklassikers darin liegt dass wir uns mit einem Platz in der Vergangenheit neu definieren
Vielleicht spricht hier ein Phänomen das man Rezeption in Lebensphasen nennt und das Bilder neu ordnet ohne sie zu erklären