Ich arbeite seit einigen Jahren im Einkauf für ein mittelständisches Unternehmen und beobachte gerade etwas, das mich nachdenklich macht. Früher war es fast selbstverständlich, dass wir viele Komponenten aus einer Hand bei einem großen Anbieter bezogen haben, einfach wegen der Einfachheit und den vermeintlichen Skaleneffekten. Jetzt sehe ich bei uns und auch bei einigen Kunden, wie sich das langsam auflöst. Plötzlich kommen Teile aus Polen, Softwarelösungen von einem kleinen Spezialisten aus Portugal und die Logistik wird über ein ganz anderes Netzwerk abgewickelt. Irgendwie fühlt sich das weniger zerbrechlich an, aber ich frage mich, ob das nur eine Momentaufnahme ist oder ob sich wirklich etwas Grundlegendes in der Art, wie Wertschöpfung organisiert wird, verändert.
Mir wirkt es erst mal frisch und mutig eine bunte wertschöpfungskette zu haben doch es nagt im hintergrund die angst vor komplexität und neuen abhängigkeiten
Aus analytischer sicht könnte diversifizierung kosten senken und risiken streuen Allerdings braucht das neue netz eine klare koordination und bessere transparenz bei daten und lieferpfaden
Vielleicht ist es nur der momentane trend nicht eine grundsätzliche veränderung sondern eine pragmatische anpassung an neue geografische dynamiken
Was wenn dieser wechsel gar kein bruch ist sondern eine logische weiterentwicklung der wertschöpfungskette
Ich nehme es mal als frage nach mehr flexibilität wahr doch vielleicht geht es dir eher um preisdruck und weniger um robustheit
Man könnte das thema auch neu rahmen als backstop netz statt fixen lieferanten und den fokus auf nachfrageorientierte netzwerke legen