Ich sitze hier und denke über ein Gespräch mit meinem Nachbarn nach, das ich letzte Woche hatte. Er meinte, dass er seit Jahren keine Zeitung mehr liest und sich nur noch über kurze Videos informiert. Irgendwie hat mich das nachdenklich gemacht, weil ich selbst immer versuche, mir für längere Artikel Zeit zu nehmen. Aber manchmal frage ich mich, ob das noch zeitgemäß ist oder ob ich einfach an etwas festhalte, das andere längst hinter sich gelassen haben. Wie macht ihr das eigentlich mit eurer Informationsaufnahme?
Mir geht es ähnlich die Art der Informationsaufnahme verändert sich schnell und ich spüre eine Mischung aus Sehnsucht nach Tiefe und Neugier auf neue Formate
Vielleicht ist Informationsaufnahme heute weniger linear eher verteilt und unsere kognitiven Rituale passen sich dem Tempo an und wir fragen uns welche Formen dauerhaft belastbar bleiben
Wenn jemand nur noch kurze Videos schaut könnte es sein dass er Zusammenhänge anders speichert doch vielleicht verändert sich nur die Art wie Erinnerung funktioniert
Statt der Frage ob Langform oder Kurzform wäre es interessant die Situation zu bedenken in der man Informationen braucht wer liest oder schaut und wofür
Ich bleibe skeptisch gegenüber der These dass Videos alles ersetzen denn Informationsaufnahme braucht Struktur und Kontext auch wenn schnelle Clips helfen
Was würdest du dir wünschen dass sich beim Nachbarn und bei dir verändert wie du heute Informationen aufnimmst?