Ich habe letztens wieder meinen alten Sandman-Ordner durchgeblättert und bin hängen geblieben. Irgendwie fühlt sich das heute anders an, als mit sechzehn. Damals war es vor allem diese dichte, fremde Welt, die mich gepackt hat. Jetzt, wo ich selbst ein paar mehr Lebensabschnitte hinter mir habe, treffen mich die Geschichten viel direkter und persönlicher. Ich frage mich, ob das anderen auch so geht mit den Geschichten, die sie über die Jahre begleiten. Ob die Bedeutung einfach mitwandert.
Sandman begleitet mich seit jeher wie ein alter Freund und jetzt fühlt sich die Welt darin anders an, weil ich mehr von mir selbst darin entdecke als damals.
Vielleicht verändert sich die Bedeutung, weil die Erzählung dichter wirkt, und wir mit jeder Lebensphase neue Muster erkennen, die sie stärker mit unseren eigenen Erinnerungen verknüpfen.
Ich verwechsel das Anliegen vielleicht mit dem Medium Lesen statt mit der Bedeutung, ich habe Sandman früher auf Papier verschlungen und heute am Bildschirm und beides fühlt sich an wie zwei verschiedene Getränke.
Was wenn die Geschichten gar nicht wandern sondern wir lernen ihnen zuzuhören?
Ich bleibe skeptisch vielleicht ist es nur unser wachsender Bedarf Bedeutung zu geben und Sandman erzählt sich selbst zu einem ruhigen Begleiter statt zu einem Spiegel.
Vielleicht ist es nicht Bedeutung die wandert sondern Zeit die der Geschichte als Material dient und wir kneten damit unser eigenes Jetzt.
Ich merke es auch nah dran manchmal klingen die Seiten wie Atem und manchmal sind sie nur ein flüchtiger Klang im Kopf.