Wie vermeide ich anmaßung beim kritisch hinterfragen etablierter literatur?
#1
Ich sitze gerade an meinem ersten größeren Review und frage mich, wie andere mit dem Gefühl umgehen, wenn man die Arbeit eines etablierten Forschers wirklich kritisch hinterfragen muss. Es fühlt sich irgendwie anmaßend an, obwohl es doch zum Prozess dazugehört. Besonders wenn man selbst noch am Anfang steht und die zitierte Literatur eigentlich die Grundlage für die eigene Arbeit bildet.
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#2
Es fühlt sich an wie ein Tanz auf scharfem Eis. Man will dem Feld gerecht werden doch die etablierten Stimmen scheinen schon das Muster vorzugeben in dem man sprechen darf. Trotzdem wächst mit jedem Zweifel eine stille Reife als müsste man die eigenen Sichtweisen neu justieren um überhaupt noch klar zu sehen
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#3
Aus Sicht der Wissenschaftssoziologie ist Kritik an etablierten Arbeiten der Kernprozess der Hypothesenprüfung und der Methodenkritik Dabei geht es darum die Unterscheidung zwischen persönlicher Wertung und neutralem Urteil zu wahren und zu erkennen dass Reproduzierbarkeit oft wichtiger ist als der brillante Satz Das ist unbequem aber der Rahmen des Review Prozesses lebt davon
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#4
Warum soll Kritik an Stücken die Jahre aufgebaut wurden immer als Lernprozess gelten? Manchmal klingt das wie ein Abstreifen von Autorität. Ich frage mich ob Druck zu widersprechen wirklich zu besseren Ergebnissen führt oder nur die Atmosphäre vergiftet
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#5
Vielleicht ist Kritik kein Angriff sondern eine Art Sampling der Argumente ein Dialog in Fragmenten der Literatur der nicht abschließt sondern weiterhängt Wenn man selbst am Anfang steht kann man das Lesen auch als Üben im Zeitlupenmodus sehen langsam aufmerksam die Zitierlogik hinterfragen ohne zu zerstören
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