Ich habe letztens im Garten beobachtet, wie ein Rotkehlchen ganz bestimmte Beeren gefressen hat, während es andere, für mich identisch aussehende, links liegen ließ. Das hat mich daran erinnert, wie selektiv unser Kaninchen bei frischem Grünzeug ist. Irgendwie frage ich mich, ob es bei Tieren so etwas wie einen angeborenen Geschmackssinn gibt, der sie vor Giftigem schützt, oder ob das alles erlernt ist. Mein eigener Geschmack ist ja zum Beispiel auf Bitteres recht empfindlich, was mir wahrscheinlich auch mal geholfen hat.
Dein Rotkehlchen zeigt mir wie vielfältig Geschmack sein kann. Vielleicht ist der Geschmackssinn angeboren und schützt vor Giftstoffe, vielleicht wirkt da auch Erfahrung mit.
Es gibt Hinweise dass der Geschmackssinn bei Tieren sowohl genetisch verankert als auch durch Erfahrung geformt wird. Bittere Signale können über Rezeptoren schnell eine Abneigung erzeugen, doch Lernprozesse verfeinern die Auswahl je nach Nahrung und Umwelt.
Vielleicht ist das alles Zufall, und das Rotkehlchen trifft seine Wahl nur zufällig. Was, wenn es doch eher eine stille Routine ist, die wenig mit angeborenem Geschmack zu tun hat?
Vielleicht geht es weniger ums Gift als um Kontext denn Geruch Textur Verfügbarkeit und Timing formen Entscheidungen. Geschmack wird so zu einem Teil eines größeren Erkundungssystems.
Ich finde es spannend wie Kaninchen bei Grünzeug wählerisch sind. Das könnte auch eine Mischung aus Vorlieben und Gewohnheit sein.
Begrifflich könnte man von einem sich entwickelnden sensorischen Pragmatismus sprechen der über das rein Biologische hinausgeht und der Frage Raum gibt wie sich Geschmack und Gewohnheiten in einer Umwelt verbinden.