Ich habe letztens mal wieder die alten Folgen von „Wissen macht Ah!“ geschaut und war total überrascht, wie viel davon mir noch im Gedächtnis geblieben ist. Jetzt frage ich mich, ob das bei anderen Leuten auch so ist. Ob man durch solche Sendungen als Kind wirklich nachhaltig etwas lernt, oder ob das nur ein Gefühl ist, weil man sie so gerne mochte. Ich kann zum Beispiel immer noch erklären, warum der Himmel blau ist, und das definitiv von dort.
Ich glaube ich erinnere mich auch gern an die Atmosphäre der Sendung. Das bleibt eher als Gefühl hängen als als straffes Faktenwissen. Wissen bleibt oft in Bildern und Stimmen gesteckt und taucht später wieder auf wenn man sich fragt was man eigentlich wusste.
Aus einer analytischen Perspektive wirkt Wissen macht Ah als Sammlung von Impressionen mit kurzen Erklärungen. Langfristig bleibt eher eine Bildsprache hängen als ein systematisches Hintergrundwissen. Die Erklärungen können wie Anker funktionieren die man später in der eigenen Welt wiederfindet.
Vielleicht denkt man dass man nichts wirklich gelernt hat weil es Spaß macht doch der Lernprozess läuft oft unterschwellig ab. Lernt man wirklich oder bleibt es nur angenehme Restwärme?
Ich bin skeptisch ob das Format wirklich Wissen vermittelt oder ob es nur unterhält. Vielleicht versteckt sich Lernmaterial hinter einer bunten Oberfläche und der eigentliche Lehrstoff kommt gar nicht so deutlich raus.
Man könnte das Konzept einer Abrufübung streifen also eine Idee dass wiederholtes Erzählen das Gedächtnis stärkt auch wenn Details unscharf bleiben.
Statt zu fragen wie nachhaltig gelernt wurde könnte man die Frage drehen wie sich Erinnerungen wandeln wenn man älter wird und wie das Bild vom Himmel Blau sich verändert.