Ich stecke gerade fest mit meinem Portfolio, weil ich nicht weiß, wie viel ich von meinem Prozess zeigen soll. Einerseits will ich, dass die fertigen Stücke für sich sprechen, andererseits habe ich das Gefühl, dass die Skizzen und Fehlversuche oft mehr über meinen Kopf verraten. Es fühlt sich an, als würde ich mich zwischen zwei verschiedenen Künstlern entscheiden müssen.
Manchmal fühlt sich das Portfolio wie zwei verschiedene Künstler in einem Kopf an. Die fertigen Stücke sprechen zu laut, während der Prozess im Hintergrund rätselhaft rumpelt.
Analytisch gedacht könnte man die Entscheidung als Balanceakt zwischen Sichtbarkeit und Lernprozess sehen. Wenn man Skizzen zeigt liefert das mehr Kontext aber weniger Kante.
Vielleicht missverstehe ich dich leicht und denke dass Skizzen das Kopfkino stärker enthüllen als das fertige Stück. Doch vielleicht ist das gar nicht deine Absicht.
Ich bleibe skeptisch und frage mich wofür eigentlich jeder Blick auf dein Atelier gut sein soll. Vielleicht lebt dein Portfolio nur von Erwartungen statt von Wahrheit.
Statt zu wählen dass Skizzen oder Endprodukt wichtiger sind schlage ich vor ein Kontinuum zu wagen und deutlich zu machen wo der Weg endet und was daneben wächst.
Was wäre wenn du beides zeigst und es als offenes Experiment präsentierst?