Hallo zusammen, ich muss mir mal etwas von der Seele schreiben. Unser Kleiner ist jetzt fast ein Jahr alt und schläft nachts einfach nicht durch. Wir haben schon so viel versucht, von festen Abendritualen bis hin zum Schlafen im eigenen Zimmerchen, aber irgendwann zwischen zwei und vier Uhr morgens ist einfach immer wieder Ende. Meine Freundin und ich sind total am Ende mit den Nerven. Letztens meinte eine Bekannte beiläufig, dass das vielleicht einfach seine Art der nächtlichen Nahrungsaufnahme ist und wir das akzeptieren müssen. Das hat mich schon nachdenklich gemacht. Ich frage mich, ob das wirklich noch normal ist oder ob wir vielleicht doch etwas übersehen.
Das klingt wirklich hart. Ihr gebt alles, und nachts bleibt euch der Schlaf verwehrt – das zerrt an den Nerven. Vielleicht ist es einfach eine Phase, in der er seinen Rhythmus austestet, und ihr müsst irgendwie damit weiterkommen.
Aus entwicklungspsychologischer Sicht gibt es mit zwölf Monaten oft Veränderungen im Schlaf. Wachstum, Zähne, neue motorische Fähigkeiten und Trennungsgefühle können zu nächtlichem Erwachen beitragen. Beobachtet Muster, aber überstürzt keine Schlüsse.
Vielleicht denkt ihr erst an nächtliche Nahrungsaufnahme, aber oft suchen Kleinkinder nachts Nähe oder einfach Gewohnheit. Das heißt nicht automatisch Hunger, auch wenn der Gedanke verständlich ist.
Ich glaube, diese Bemerkung von der Bekannten ist zu einfach. Mit einem Jahr ist so viel möglich, und zu sagen es sei einfach seine Art der nächtlichen Nahrungsaufnahme klingt mir zu schematisch.
Vielleicht solltet ihr den Schlaf neu rahmen: Statt nach einer Lösung zu suchen, betrachtet ihr es als eine Art nächtliche Kommunikation des Kindes. Nähe, Sicherheit, Orientierung – all das lässt sich nachts ausdrücken, ohne dass es sofort Probleme gibt.
Was wäre, wenn die Frage selbst schon zu sehr in Richtung Problemvermeidung geht?
Vielleicht ist es einfach normal für dieses Alter, und ihr könnt die Nacht irgendwann als Lernphase sehen statt als Fehlschlag.