Ich bin gerade etwas verunsichert, weil ich in meinem Studium zum ersten Mal richtig mit dem Thema Hausarbeitenbetreuung in Berührung gekommen bin. Meine Professorin hat mir angeboten, mich intensiv bei meiner ersten großen Arbeit zu unterstützen, aber irgendwie fühlt sich das komisch an. Einerseits ist das natürlich ein riesiges Privileg und ich will die Chance nicht unhöflich ablehnen. Andererseits habe ich das Gefühl, ich sollte das alleine schaffen können, und frage mich, ob so viel Hilfe vielleicht sogar den eigenen Lernprozess behindert. Wie sind da eure Erfahrungen? Habt ihr euch auch mal so gefühlt?
Das kenne ich gut. Wenn eine Professorin anbietet zu helfen fühlt sich das erst wie ein Privileg an und doch schiebt sich dieses seltsame Gefühl durch den Bauch. Will ich wirklich so viel äußere Unterstützung zulassen. Vielleicht ist es eher eine Art Lernbeschleuniger, kein Schild vor dem eigenen Denken.
Aus Sicht des Lernens kann gezieltes Mentoring helfen, wenn es die Selbstständigkeit erhält. Wenn du klare Strukturen mit der Betreuerin vereinbarst bleibt der Lernprozess aktiv. Ohne klare Absprachen besteht die Gefahr, dass man sich zu sehr auf andere verlässt. Man darf prüfen wie viel Guidance tatsächlich nötig ist damit man später weniger Hilfe braucht.
Vielleicht missverstehe ich den Wunsch deiner Dozentin. Betreuung könnte eher als Controlling rüberkommen. Warte welche Erwartungen werden wirklich kommuniziert?
Ich würde versuchen die Perspektive zu wechseln. Vielleicht geht es nicht darum zu entscheiden ob du Hilfe willst sondern wie du die Hilfe sinnvoll nutzt um später selbstständiger zu arbeiten. Das Verrückte ist dass Unabhängigkeit oft mit Stolz verwechselt wird und dass man am Ende doch stärker ist wenn man auch mal um Hilfe bittet aber eben auf eine Weise die zu dir passt. Hausarbeitenbetreuung könnte ein Werkzeug sein kein Urteil über deine Fähigkeiten.