Ich habe letztens mit meinem Bruder darüber gesprochen, wie unterschiedlich unsere Startchancen waren, obwohl wir im selben Haus aufgewachsen sind. Er hatte einfach mehr Zugang zu bestimmten Netzwerken durch seinen Sportverein, was sich später bei Praktika und Jobs ausgewirkt hat. Das lässt mich oft darüber nachdenken, wie viel von dem, was wir erreichen, wirklich in unserer eigenen Kontrolle liegt. Manchmal frage ich mich, ob diese unsichtbaren Weichenstellungen nicht viel entscheidender sind, als wir gemeinhin annehmen.
Manchmal sehe ich wie mein Bruder durch seinen Verein leichter an Kontakte kommt und später Praktika bekommt. Das Gefühl dass unsichtbare Weichen seine Chancen verschieben bleibt mir im Kopf und macht mich nervös. Vielleicht ist es unfair, aber es ist real und ich merke wie sich der Alltag danach richtet.
Aus analytischer Sicht wirken Netzwerke wie eine Beschleunigung der Möglichkeiten. Wer in bestimmten Kreisen verankert ist sammelt stille Vorteile die sich in Bewerbungen und Empfehlungen fortsetzen. Es ist schwer zu leugnen dass Faktoren außerhalb der eigenen Kontrolle existieren und das macht die Frage nach freier Entscheidung kompliziert.
Was wenn die Prämisse schon falsch ist und die eigentliche Frage missverstanden wird? Vielleicht geht es eher um andere Formen von Ressourcen statt um Chancen allein. Ich frage mich wie oft wir uns darauf verlassen dass Kontrolle alles regelt und welche kleineren Schritte trotzdem noch entschiedener wirken könnten.