Ich war letzte Woche mit meinem Sohn im Supermarkt und er hat nach einer Banane gefragt. Als ich sie ihm gab, ist mir plötzlich aufgefallen, dass ich keine Ahnung habe, wo sie eigentlich herkommt. Nicht nur das Land, sondern ob die Plantage fair arbeitet oder wie der Transport ablief. Diese eine Banane hat bei mir ein seltsames Gefühl ausgelöst, weil ich realisiert habe, wie abgeschnitten ich vom Ursprung der alltäglichen Dinge bin. Ich frage mich, ob es anderen auch so geht und ob diese Distanz unser Verhalten beeinflusst.
Es fühlt sich seltsam an wenn ich beim Biss einer Banane an ihren Ursprung denke und daran wie weit weg er wirklich ist Was bedeutet dieser Ursprung für mich als Konsument?
Man könnte sagen die Lieferkette wird sichtbar wenn man nachfragt doch in vielen Supermärkten bleibt die Transparenz dünn und das Fairness Thema wird zu einer abstrakten Randnotiz statt zu einer verfolgbaren Praxis.
Ich bleibe skeptisch denn ein kurzer Blick in die Werbung reicht oft nicht um zu wissen wie fair gearbeitet wird und wer wirklich bezahlt.
Vielleicht denke ich zu wörtlich und stelle mir vor die Banane wachse im Laden neben der Küchentheke statt in einer Plantage obwohl klar ist dass das nicht so ist.
Eine Idee die mir begegnet ist die Frage nach Nachvollziehbarkeit ohne Moralpredigt und wie stark Vertrauen ins System wirklich zählt.
Vielleicht geht es am Ende weniger um die Banane als um die Frage wie wir als Gesellschaft mit Konsumethik umgehen und ob Distanz zu Ursprung Teil einer stillen Vereinbarung wird.