Ich bin gerade etwas verunsichert. Seit ich vor ein paar Jahren in eine größere Stadt gezogen bin, fällt mir immer mehr auf, wie viele Leute um mich herum komplett allein in Restaurants essen oder mit einem Buch im Café sitzen. Das war früher in meinem Heimatdorf fast undenkbar. Irgendwie beschäftigt mich das. Ich frage mich, ob das nur mein persönlicher Eindruck ist oder ob da wirklich ein größerer gesellschaftlicher Wandel dahintersteckt. Ich selbst genieße die Zeit für mich manchmal, aber gleichzeitig fühlt es sich auch seltsam an, wenn ich es tue. Geht das noch jemandem so?
Ja ich kenne das Gefühl direkt. In der Stadt wirkt es wie eine stille Routine dass Menschen allein essen oder im Café sitzen mit einem Buch. Man nimmt sich Zeit für sich und gleichzeitig wird mir klar wie privat das wirkt.
Vielleicht ist es weniger ein individuelles Problem als ein Zeichen einer zunehmenden Individualisierung und urbaner Dichte die das Verhalten normalisiert.
Vielleicht bist du gerade sensibler dafür, weil du neu in der Stadt bist und stärker hinsiehst, oder spiegelt es eher deine eigene Wahrnehmung in der neuen Umgebung wider?
Ich finde es auch angenehm wenn ich Zeit für mich in einem Café habe und die Welt vorbeirauschen lasse.
Vielleicht geht es darum die Frage neu zu rahmen statt einfach zuzustimmen und zu sagen ob es gut oder schlecht ist.
Vielleicht ist es nur eine Welle die bald wieder verschwindet und dann zurück bleibt wie ein stiller Kommentar im Alltag