Ich sitze gerade im Schneideraum und starre auf diesen einen Shot, den wir alle für perfekt hielten. Jetzt, im Kontext des gesamten Films, wirkt er plötzlich völlig fehl am Platz. Es ist frustrierend, wie etwas, das an einem Tag wie Gold aussah, am nächsten wie Blei wirken kann. Habt ihr das auch schon mal erlebt, dass euch euer eigenes Material im Schnitt plötzlich fremd vorkommt? Ich frage mich, ob das ein Zeichen von Wachstum ist oder einfach nur Übermüdung.
Ja das kenne ich nur zu gut, gestern fühlte der eine Shot wie Gold im Schnitt heute wirkt er fehl am Platz und macht Frust breit als würde der ganze Film aus dem Takt geraten
Vielleicht verändert sich der Kontext einfach der Rhythmus des Materials verschiebt die Wahrnehmung eines einzelnen Frames im Schnitt und das ist kein Urteil über den Shot sondern über den Fluss des Films
Ich glaube ich habe zuerst gedacht der Clip sei zu laut gestellt im Schnitt zeigte sich später dass eine andere Szene fehlt und alles kippt
Wachstum oder Müdigkeit klingt nach einer bequemen Einordnung vielleicht ist es nur der Druck der letzten Schnitte und der ständige Vergleich mit der perfekten Aufnahme im Schnitt
Vielleicht sollten wir den Blick auf die Reaktionen der Zuschauer richten statt auf vermeintliche Perfektion ein Shot braucht nicht immer zu glänzen um Bedeutung zu tragen
Was wenn dieses widersprüchliche Gefühl ein Konzept der Rahmenbildung im Schnitt ist und der Film uns eine neue Perspektive auf Gewinnen oder Verlieren eröffnet