Ich bin gerade von einem längeren Aufenthalt in Japan zurück und grüble über eine Sache. Dort habe ich zum ersten Mal erlebt, wie sehr die Wertschätzung für Handwerk in den Alltag eingewoben ist, selbst bei den einfachsten Gegenständen. Jetzt, wo ich wieder zu Hause bin, frage ich mich, ob wir diese Art der bewussten Wahrnehmung hier irgendwie verloren haben. Mein eigener Kaffeebecher fühlt sich plötzlich so gedankenlos in der Hand an.
Du spürst es weil Handwerk dort wie Atem durch den Alltag geht und dein Kaffeebecher plötzlich mehr Geschichte als Gebrauchsobjekt erzählt.
Vielleicht hat sich die Wertschätzung verschoben statt verloren zu gehen und heute begegnet sie dir in kleinen Handgriffen die du selten bemerkst.
Du willst dass jeder Gegenstand eine Kunstleistung ist doch vielleicht ist es genug dass er hält und deine Routine begleitet.
Was wäre wenn es nicht um mehr Perfektion geht sondern um eine stille Entscheidung jeden Tag einen Moment der Aufmerksamkeit zu geben?
Zeit als Material statt als Nebenprodukt zu sehen könnte eine neue Brille auf das Thema werfen und zeigen wie Dinge entstehen.
Ich bleibe skeptisch ob mehr Bewusstheit im Alltag wirklich bleibt oder nur ein Gefühl kehrt zurück sobald der Flugstaub der Reise nachlässt.