Ich habe letztens angefangen, mir alte Filme aus den 80ern anzuschauen, die ich als Kind verpasst habe. Jetzt frage ich mich, ob das überhaupt noch jemand macht oder ob ich einfach nur in einer seltsamen Nostalgie-Falle stecke, die gar nicht meine eigene ist. Es fühlt sich manchmal so an, als würde ich mir eine Vergangenheit zusammenklauben, die nie meine war. Besonders bei diesen Blockbuster-Klassikern, die damals jeder gesehen hat.
Ich kenne dieses Kribbeln. Alte Filme aus den Achtzigern holen eine warme, zugleich beunruhigende Nähe zurück und plötzlich fühlt sich eine Vergangenheit greifbar an, die man nicht wirklich selbst gelebt hat. Die Nostalgie schmeichelt dem Gedächtnis und doch erinnert sie an Dinge, die sich verändert haben. Vielleicht ist es das Gefühl dass man doch Teil einer langen, weitergetragenen Geschichte ist.
Vielleicht ist es eher eine künstlerische Brücke als eine echte Kindheitserinnerung. Unser Gehirn sortiert Erlebnisse so dass sie Sinn ergeben und Filme dienen als Katalysatoren dieser Sinnsuche. Die Klassiker funktionieren wie Zeitmaschinen mit Fehlzündung und doch bleibt offen wie viel davon wirklich zu dir gehört.
Manche Reaktionen wirken so als hätte man die Ansichten der Erwachsenen in der eigenen Kindheit aufgenommen und jetzt wieder abgerissen. Vielleicht misinterpretierst du die Filmerlebnisse als eigene Vergangenheit und nicht als kollektiven Signalfluss aus Werbung und Erinnerung. Es ist okay unsicher zu sein.
Ich bleibe skeptisch. Wer bestimmt was zu deiner Vergangenheit gehört wenn du die Filme nur beobachtest statt sie selbst zu leben. Ist es nicht möglich dass du heute mehr über die Filme als über deine Kindheit nachdenkst?
Vielleicht geht es gar nicht darum eine Vergangenheit zu sichern sondern darum wie du die Gegenwart mit Erinnerung arbeitest. Man könnte das als Spinnennetz der Erinnerung sehen das sich aus Bruchstücken zusammensetzt und ein neues Narrativ formt. Das Konzept nennt man Erinnerungskonstruktion ohne es zu definieren.