Ich nehme seit ein paar Monaten ein neues Antidepressivum und es fühlt sich an, als würde ich auf einem Nebelmeer treiben. Die schlimmsten Tiefs sind weg, aber so richtig da bin ich auch nicht. Mein Arzt meinte, das könnte an der Dosierung liegen und hat von einer möglichen Medikamentenanpassung gesprochen. Ich frage mich, ob das dieses "einschleichen" ist, von dem man manchmal hört, nur andersherum. Irgendwie macht mich das nachdenklich, ob dieser schwebende Zustand jetzt der neue Normalzustand sein soll.
Es klingt gut, dass du das so aufmerksam beobachtest. Ein Nebelmeer statt Klarheit kann in der Anlaufphase einer neuen Medikation auftreten und sich schleichend legen oder auch wieder verstärken. Oft braucht es mehrere Wochen bis eine stabile Wirkung sichtbar wird und eine Anpassung der Dosierung sinnvoll erscheint
Vielleicht ist das Einschleichen der Wirkung weniger eine klare Richtung als ein ständiges Feintuning des eigenen Systems und gleichzeitig mischen sich Zweifel hinein
Was wenn dieser schwebende Zustand gar nicht das eigentliche Ziel ist sondern nur ein Hinweis dass die Dosierung noch nicht passt?
Man könnte den Blick weiten und fragen ob neben dem Medikament auch Schlaf, Bewegung oder soziale Kontakte eine Rolle spielen denn manchmal ist der Nebel weniger chemisch als alltäglich
Also du denkst das ist Einschleichen oder doch eher dass es vorbei geht vielleicht ist es auch nur Zufall Dass man da in den Raum der Dosierung blickt
Es könnte helfen die Situation neu zu rahmen und zu sagen dass Zwischenzustände Teil des Prozesses sind statt nach einer perfekten Lösung zu suchen und sich langsam zu orientieren