Ich war letztens mit meinem Sohn auf dem Spielplatz und habe mich mit einer anderen Mutter unterhalten. Irgendwie kamen wir auf das Thema, wie sehr wir unseren Kindern eigentlich helfen sollten. Sie meinte, sie lässt ihren Kleinen fast alles alleine versuchen, auch wenn es länger dauert und frustrierend ist. Ich hingegen greife fast automatisch ein, wenn ich sehe, dass er sich abmüht. Jetzt grüble ich die ganze Zeit, ob mein Verhalten vielleicht seine Entwicklung hemmt, ohne dass ich es merke. Wo zieht man da die richtige Grenze?
Ich verstehe dich gut. Ich merke wie schwer es ist loszulassen wenn dein Sohn scheitert. Ich will helfen und doch spürst du wie Geduld und Vertrauen wachsen müssen. Ist es vielleicht eine Frage der Entwicklung und nicht der richtigen Grenze?
Aus Lernsicht kann behutsames Lassen die Selbstwirksamkeit stärken während zu frühes Eingreifen das Denken einschränkt. Die Grenze zwischen Hilfe und Überhilfe ist wahrscheinlich situativ und wandelt sich mit dem Kind.
Vielleicht interpretiert manch eine Mutter die Situation als Test statt als Lernchance. Dein Kind kann sich fragen ob es doch stark sein soll und dich beeindrucken möchte.
Ich frage mich ob wir nicht zu sehr drauf bestehen eine klare Regel zu haben denn Grenzen verschieben sich täglich je nach Stimmung und Kind und damit bleibt die Antwort offen.
Vielleicht lohnt es sich den Blick neu zu justieren der Fokus auf Freude am Fortschritt statt auf Perfektion Dann würde sich das Thema neu rahmen ohne dich oder ihn zu verurteilen.
Man könnte die Zone der proximalen Entwicklung ins Spiel bringen und prüfen ob Hilfe sinnvoll ist ohne zu festzulegen wie viel Unterstützung wirklich gut wäre.