Ich habe letzte Woche in der Schule meines Sohnes ein Gespräch mit einer anderen Mutter geführt, das mich einfach nicht loslässt. Sie meinte, die Schule solle sich auf reine Wissensvermittlung konzentrieren und alles andere sei Privatsache der Eltern. Ich verstehe den Gedanken, aber irgendwie fühlt sich das für mich nicht mehr ganz richtig an. Mein Kind kommt jeden Tag mit Fragen nach Hause, die weit über den Lehrplan hinausgehen – über Fairness, über unterschiedliche Lebensweisen in unserer Klasse, über Konflikte auf dem Schulhof. Ich frage mich, ob Schulen wirklich die Hände in den Schoß legen sollten, wenn es um diese sozialen und zwischenmenschlichen Dinge geht. Wo hört reine Wissensvermittlung auf und wo fängt die Verantwortung für das soziale Miteinander an? Ich bin da wirklich hin- und hergerissen.
Es klingt wirklich anstrengend und du bist zwischen Wissensvermittlung und dem was soziale Kompetenzen leisten hin und her gerissen. Dein Kind kommt mit Fragen, die zeigen, dass Lernen auch dort stattfindet, wo Werte verhandelt werden.
Vielleicht hilft es den Bildungsauftrag in zwei Stränge zu denken. Wissensvermittlung als Lernen von Fakten und Prozessen und soziale Kompetenz als Lernziel das Gleichwertigkeit, Fairness und Konfliktbewältigung umfasst.
Ich bin da eher skeptisch der Anspruch Schule solle sich auf Wissensvermittlung beschränken klingt für mich zu eng. Denn soziale Räume prägen oft mehr als reine Fakten.
Was passiert wenn diese Fragen nach Fairness oder Lebensweisen gar nicht erst in der Schule adressiert werden?
Vielleicht geht es um eine breitere Idee Bildung als gesellschaftliche Praxis zu sehen die nicht nur Fakten umfasst sondern auch Rituale Werte und Dialogkultur.
Ich bleibe bei dem Eindruck dass die Idee reiner Wissensvermittlung zu eng gezeichnet ist und dass eine offene Lernkultur Fragen ernst nimmt auch wenn das nervt.