Ich war letztens auf einer Familienfeier und habe mich mit meinem Onkel unterhalten, der seit Jahren in einer anderen Stadt lebt. Irgendwie kamen wir auf das Thema Heimat und er meinte, für ihn sei das nicht mehr der Ort, an dem er aufgewachsen ist, sondern wo er jetzt sein eigenes Leben aufgebaut hat. Das hat mich nachdenklich gemacht, weil ich selbst oft das Gefühl habe, zwischen meinem Geburtsort und meinem jetzigen Wohnort hin- und hergerissen zu sein. Manchmal frage ich mich, ob man wirklich nur eine Heimat haben kann oder ob dieses Gefühl etwas ist, das sich mit der Zeit verlagert.
Es trifft mich wenn du sagst dass Heimat sich wandelt denn oft fühlt sie sich wie ein vertrauter Rhythmus an den man weiter tanzt auch wenn die Bühne wechselt
Heimat ist kein fester Ort sondern ein Netz aus Gewohnheiten Erinnerungen und Beziehungen das sich mit der Zeit verschiebt
Vielleicht meint er Heimat als Lebensprojekt und nicht als Herkunft er baut hier sein eigenes Leben und deshalb verschiebt sich der Ort der Zugehörigkeit
Wird Heimat nicht doch eher zu einer Vorstellung die sich mit jedem Umzug wandelt oder muss man sich wirklich entscheiden?
Ich bleibe skeptisch denn der Gedanke einer festen Heimat schneidet die Vielfalt der Orte die man liebt zu eng ab
Vielleicht ist Heimat eher eine Methode des Denkens als ein Ort und man kann die eigene Geschichte neu rahmen